Kunstverein

Seit 180 Jahren zeigt der Mannheimer Kunstverein zeitgenössische Kunst. Der 1966 von dem Darmstädter Architekten Theo Pabst entworfene Kunst­pavillon in der Augustaanlage steht nach wie vor insbesondere der jungen, experimentellen Kunst offen. Der Kunstverein bietet seinem Publikum ein breites Spektrum aller Strömungen der Kunst: von Bildhauerei, Malerei und Zeichnung über Fotografie und Videokunst bis hin zu Installation und Per­formance. Ob etabliert oder völlig unbekannt – mit seinem Programm leistet der Kunstverein ästhetische Grundarbeit, die vergleichendes Sehen und das Erkennen künstlerischer Qualität abseits konventioneller Sehgewohnheiten fördert. In der Langen Nacht werden die Räume des Kunstvereins von der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Mannheim bespielt. Unter dem Titel „Die sieben Todsünden“ geht es auf eine abwechslungsreiche filmische Reise durch die Abgründe der Sünde. Manchmal bitter, ab und zu heiter und ironisch, dann ohne Weiteres böse – in 25 Einzel- und Gruppen­arbeiten wird ein Blick auf die sieben Todsünden geworfen. Dieses archaische Thema wird aus vielen Per­spek­tiven beleuchtet, frisch interpretiert und immer wieder persifliert. Aktuelle Erscheinungsformen und Moden werden hinterfragt, mit alten Mustern und Moralvorstellungen verglichen und zu neuen, spannenden erzählerischen und visuellen Abläufen montiert. Studierende des Instituts für Zeitbasierte Medien der Fakultät für Gestaltung in Mannheim präsentieren Installationen, interaktive Anwendungen, Storyboards, Animatics und natürlich auch zahlreiche filmische Antworten, die zu diesem hochbrisanten Thema in den unterschiedlichen Kursen gestaltet worden sind. Denn Hochmut, Geiz, Neid, Zorn und die Wollust, Trägheit und Völlerei sind offenbar nicht auszurotten, sondern tauchen im Gegenteil eher als tugendhafte Moralvorstellungen der Gegenwart auf.

Web: www.mannheimer-kunstverein.de